07. Juni 2012
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Schmalkalden – Fachwerk & Reformation

Die romantische Fachwerkstadt

Die mitteleuropäische Stadtkultur ist auf der ganzen Welt einmalig. Sanierung und Denkmalpflege haben in den letzten Jahren ganz wesentlich dazu beigetragen, die Attraktivität der Städte zu erhöhen. Auch Schmalkaldens Altstadtkern ist ein wertvolles Zeugnis mitteleuropäischen Städtebaus, eine historisch gewachsene „Erlebniswelt“ – mehr als 1000 Jahre Bau-, Stadt- und Kulturgeschichte: eine lebendige, multifunktionale Stadt. Zu entdecken sind: romantische Winkel und enge Gässchen, die sich zu kleinen Plätzen auftun, liebevoll restaurierte Fachwerkbauten, Steinerne Kemenaten, die spätgotische Hallenkirche St. Georg und Schloss Wilhelmsburg – eine Perle der Renaissance- Baukunst.

Reformation, Luther und der Schmalkaldische Bund

1530 rückt die Stadt mit der Gründung des Schmalkaldischen Bundes in den Mittelpunkt europäischer Politik. Unter der Führung des Kurfürsten Johann von Sachsen und des Landgrafen Philipp von Hessen vereinen sich hier die protestantischen Stände gegen den katholischen Kaiser Karl V. zur Durchsetzung des evangelischen Glaubens und der gegenseitigen militärischen Absicherung. Sieben Bundestagungen wurden in Schmalkalden abgehalten. Glanzvollste ist der „Schmalkalder Fürstentag“ von 1537. Sechzehn Fürsten, sechs Grafen, Gesandte des Kaisers, des Papstes, des französischen und dänischen Königs, Vertreter von 28 Reichs- und Hansestädten sowie 42 evangelische Theologen, an deren Spitze Martin Luther und Philipp Melanchthon, weilen in der Stadt. Martin Luther legt seine Schmalkaldischen Artikel vor, ein Glaubensbekenntnis, auf das noch heute weltweit viele evangelische Pfarrer ordiniert werden.

Traditionsbewusst und Zukunftsorientiert

Reiche Erzvorkommen, Bergbau und Eisen verarbeitendes Handwerk, waren ab dem 14. Jh. Grundlage für eine blühende Wirtschaft. Unter dem Namen „Schmalkalder Artikel“ wurden Werkzeuge und Kleineisenwaren über die Grenzen Deutschlands hinaus exportiert. Zeugnisse dieser Vergangenheit sind das Besucherbergwerk „Finstertal“ und das technische Museum „Neue Hütte“. Noch heute tragen Schmalkalder Werkzeuge – Forschungsinstitute eingeschlossen – zum Bekanntheitsgrad der Stadt bei. An der Fachhochschule studieren rund 3000 Studenten in den Fakultäten Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsrecht. Der Mineralbrunnen „Thüringer Waldquell“, Nougat und Marzipan von „viba“, Schmalkalder Wurst- und Fleischwaren, hier besonders die Bratwurst, sind beliebte Thüringer Spezialitäten.

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